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Untergewicht? Wie Sie gesund zunehmen

Untergewicht kann zu Problemen führen. Betroffene werden manchmal schneller krank und sind weniger belastbar als andere Menschen. Was hilft, das Gewicht zu normalisieren
von Sophie Kelm, aktualisiert am 22.03.2017

Untergewicht: Wer zu dünn ist, riskiert womöglich seine Gesundheit

Fotolia/Piotr Marcinski

Leichtes Untergewicht ist manchmal einfach Veranlagung und muss keine Probleme bereiten, sofern der Körper über die Nahrung alle Nährstoffe erhält, die er braucht. Doch es gibt auch Betroffene mit niedrigem Körpergewicht, die sich nicht wirklich wohlfühlen in ihrer Haut.

Einige von ihnen ziehen sich zum Beispiel leichter Infekte zu und brauchen nach einer Krankheit länger, um wieder auf die Beine zu kommen. Auch kann mitunter eine ernste Krankheit der Grund dafür sein, warum die Pfunde fehlen. Zudem sind mögliche Spätfolgen zu bedenken, etwa das erhöhte Risiko für eine Osteoporose.

Ab wann ist man untergewichtig?

Die Körpermaße und der daraus errechnete Body-Mass-Index sind eine gute Möglichkeit, das Körpergewicht objektiv zu beurteilen. Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gelten Menschen als untergewichtig, deren Body-Mass-Index (BMI) unter 18,5 liegt. Ab dem Alter von 65 Jahren steigt diese Grenze auf 22. Der BMI ist eines von mehreren Kriterien, um das Körpergewicht zu beurteilen.
Eine Untersuchung des Robert Koch-Institutes in Berlin ergab: In den Jahren 2008 bis 2011 hatten 2,3 Prozent der befragten Erwachsenen nach eigenen Angaben Untergewicht. Frauen waren häufiger betroffen als Männer.

Wie kann das bloß sein? Das werden sich diejenigen von uns fragen, die sich gerade schweren Herzens das Caramel-Dessert verkniffen haben. Dünner werden ist doch so schwer! Oder? Für viele Menschen sicherlich, aber pauschalisieren darf man diese Aussage nicht. Untergewicht kann aus unterschiedlichen Gründen entstehen, manchmal schneller als einem lieb ist.

Gene, Umwelt, Lebensgewohnheiten, Lebensalter

Warum sind einige Menschen so dünn? So manche Wespentaille liegt in der Familie. Die Besitzer haben einen besonders regen Energieumsatz und verbrennen pro Tag leicht ein paar hundert Kalorien mehr als der Durchschnitt.

Aber auch Lebensstil, Ernährungsgewohnheiten und der Umgang mit Alltagsbelastungen nehmen Einfluss auf das Körpergewicht. Beispiel: Peter ernährt sich bewusst kalorienarm. Klaus bereitet Essen einfach keinen besonderen Genuss. Und Hans hat schlichtweg keine Zeit, um genügend zu essen.

Nicht zuletzt spielt das Alter eine Rolle. Sich täglich ein gesundes Essen zuzubereiten, wird von vielen als anstrengend empfunden. Bei älteren Menschen kommen häufig ganz konkrete Hindernisse dazu: Zahnprobleme, Medikamente, vielfältige Krankheiten und  nachlassender Geschmackssinn schlagen nachhaltig auf den Appetit.

Wenn Untergewicht zum Problem wird

Eine Weile lang leben viele Menschen mit leichtem Untergewicht gut. Schwierig wird es, wenn irgendwann das letzte Fünkchen Appetit verfliegt, beispielsweise in einer besonderen Stressphase. Wenn der Nährstoffbedarf länger nicht gedeckt wird und der Körper an die Reserven geht, ist Vorsicht angebracht. Auf Dauer kommt es zum Leistungsknick und bald auch zu Beschwerden.

Welche Anzeichen gibt es?

Bei deutlichem Untergewicht treten die Beckenknochen und die Konturen des Brustkorbs hervor. Weitere mögliche Anhaltspunkte für eine bedenkliche Entwicklung sind zum Beispiel:

  • Auffallende Blässe
  • Antriebsarmut
  • Müdigkeit trotz eigentlich guten Schlafes
  • Konzentrationsstörungen
  • Kreislaufschwäche
  • Trockene Haut, rissige Mundwinkel
  • Entzündete Schleimhäute
  • Kraftverlust
  • Nägel, die Rillen bilden oder brüchig werden
  • Nachlassende Haarqualität: Spröde, matte Haare, eventuell Haarausfall
  • Bei Frauen: Zyklusstörungen

So finden Sie heraus, was hinter Untergewicht stecken kann

Haben Sie neuerdings Untergewicht oder nehmen Sie ab, obwohl Sie Ihrer Ansicht nach normal essen, fühlen Sie sich geschwächt oder stellen Sie andere körperliche oder psychische Veränderungen (siehe zum Beispiel Liste oben) bei sich fest, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Lebensmittelunverträglichkeiten wie Laktoseintoleranz oder Fruktoseintoleranz, hormonelle Störungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion, Magen-Darm-Erkrankungen wie Morbus Crohn, eine Zöliakie oder chronische Immunschwächekrankheit wie HIV, genauso aber auch eine Depression, können zum Beispiel hinter der zu mageren Silhouette stecken. Auch ob eine Essstörung, vor allem Magersucht, vorliegt, muss abgeklärt werden.

Tipps, wie Sie gesund zunehmen können

Untergewichtigen, die sonst gesund sind, können eine paar Ernährungstricks helfen, um die fehlenden Kilos auf die Waage zu bringen.

  • Führen Sie etwa eine Woche lang ein Ernährungsprotokoll und berechnen Sie Ihre aktuelle tägliche Energieaufnahme (zum Beispiel mit unserem Lebensmittelrechner). Das Ziel ist, diesen Wert um 500 Kilokalorien zu steigern.
  • Am leichtesten geht das, wenn Sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nehmen. Etwa fünf bis sechs. Dann müssen Sie sich nicht einmal vollstopfen, bis Ihnen womöglich übel wird.
  • Steigern Sie Ihr Gewicht mit gesunden Lebensmitteln. Wer nur noch fettige Pommes Frites isst, tut sich und seinem Körper keinen Gefallen. Sie brauchen Lebensmittel, die zum einen Energie liefern (Kohlenhydrate) und zum anderen auch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten. Natürlich müssen Sie auch die Fettzufuhr erhöhen, damit Ihr Körper weniger auf die eigenen Fettdepots zur Energiegewinnung zurückgreift.
  • Kalorienreiche und gesunde Lebensmittel gibt es genügend. Ein paar Beispiele: Nüsse, Mandeln, Hülsenfrüchte, Avocados, Oliven, Trockenfrüchte, Bananen, Vollkornbrot und Vollkornteigwaren. Auch fettreiche Milchprodukte sind zu empfehlen, etwa in Form von Kartoffeln mit saurer Sahne, Frikadellen mit Sahnequark, Karotten- und Erbsengemüse mit Butter, zwischendurch ein Vollmilchshake oder Vollmilchjoghurt. Gönnen Sie sich regelmäßig zweimal pro Woche Fisch – ideal zum Beispiel: fettiger Lachs –, und ein Gericht mit qualitätvollem Fleisch. Dazu Gemüse- und Salatbeilagen, die Sie mit einem hochwertigen Pflanzenöl zubereiten. Und naschen Sie ruhig mal ein paar Butterkekse oder selbstgebackenen Kuchen. Sie können auch immer ein, zwei Müsliriegel oder Fruchtschnitten für die kleine Pause dabei haben.
  • Richten Sie die Lebensmittel appetitlich an. Quark mit frischen Erdbeeren aus einem Porzellanschälchen, garniert mit einem Pfefferminzblatt, bereitet mehr Freude beim Essen als ein fader Naturquark aus dem Plastikbecher.
  • Steigern Sie den Kaloriengehalt Ihrer Lebensmittel. Zum Beispiel kann man unter das morgendliche Müsli ein wenig Sahne mixen. Ihre Suppe können Sie mit Creme fraiche oder wiederum einem guten Pflanzenöl wie zum Beispiel kaltgepresstes Olivenöl anreichern. Über die Pasta kommt ordentlich Parmesan und auf das Butterbrot zum Beispiel eine dicke Scheibe Vollfettkäse.
  • Obstsaft klingt zwar gesund, aber er liefert dabei auch viel Kalorien: Ein 250 Milliliter Glas Apfelsaft hat 115 Kilokalorien, vor allem durch den enthaltenen Zucker. Auch hier dürfen Sie zuschlagen. Zur Abwechslung können Sie sich aus vielen Obstsorten auch mal einen leckeren Smoothie für zwischendurch zubereiten.

Wichtig: Betreiben Sie auch in der Zunehmphase ein leichtes körperliches Training. Das fördert die Herz-Kreislauf-Funktion und den Muskelaufbau. Außerdem verteilen sich die neuen Kilos dann unter Umständen gleich an die richtigen Stellen.



Bildnachweis: Stockfood Munich GmbH/Mikkel Adsbol, StockFood/Eising Studio, Stockfood Munich GmbH/Eising Studio, Fotolia/Piotr Marcinski, StockFood/Gräfe & Unzer Verlag/Jörn Rynio, StockFood/Birgit Twellmann

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